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Offener Brief zur Information Neubeurteilung Subventionsverträge

Sehr geehrte Damen und Herren

Der Bereich Kultur der Stadt Winterthur kündigt in seinem Schreiben vom 17. Dezember 2015 betroffenen Institutionen an, dass die Neubeurteilung der Subventionsverträge noch nicht abgeschlossen ist und erst Mitte Januar 2016 wieder vom Stadtrat aufgenommen wird. Dies nachdem die Anträge seitens der Kulturinstitutionen bereits im Frühjahr erfolgten und Gespräche mit allen Subventionsempfängerinnen und -empfängern noch vor der Sommerpause geführt wurden. Damals versprach die Verwaltung eine erste Information zur Höhe der Beiträge auf September 2015. Nun kommt es zu einem erneuten Aufschub.

Die Kulturlobby Winterthur, die sich jüngst zum Verein konstituiert hat und über 50 Institutionen vertritt, ist enttäuscht über die zeitliche Verzögerung des Subventionsverhandlungsprozesses. Bedenkt man, dass die neuen Subventionsverträge in einem Jahr unterschrieben bzw. ab Januar 2017 gültig sein sollen, ist die Sorge diverser Subventionsempfänger nachvollziehbar. Wir sind wenig zuversichtlich, dass sich im neuen Jahr zügig Fortschritte erzielen lassen und befürchten, dass der Gemeinderat nicht vor Herbst 2016 einen endgültigen Entscheid fällen wird.

Den Subventionsempfängerinnen und -empfängern sind durch diese Verzögerung weder angemessene Reaktionszeit noch Planungssicherheit gegeben, was das Kulturleben der Stadt empfindlich treffen wird. Diese Planungssicherheit wurde notabene im partizipativen Verfahren zum städtischen Kulturleitbild kürzlich als Ziel verankert. Sie ermöglicht den Institutionen ein vorausschauendes und inhaltlich abgerundetes, konstantes Angebot an Kultur in gewohnter Qualität hochzuhalten. Diese ist unter genannten Bedingungen gefährdet und die kreative Lust schwindet.

Für eine professionelle Betriebsführung sind stabile Finanzen und vorausschauendes Budgetieren fundamental. Zudem kann ein Kulturprogramm mit Qualität nur dann entstehen, wenn genug Vorlaufzeit vorhanden ist – Theateraufführungen, Konzertprogramme oder Ausstellungen lassen sich nicht von heute auf morgen planen und buchen. In einigen Fällen verhindert oder erschwert der wiederholte Aufschub des Stadtrates gar die Zahlung anderer Fördergelder seitens Kanton oder Bund, da sie abhängig sind von den Beiträgen der Standortgemeinde.

Die Kulturlobby Winterthur ersucht die Entscheidungsträger, diesen offenen Brief zur Kenntnis zu nehmen und im Interesse der Kulturstadt Winterthur den Prozess zügig voran zu treiben und die Planungssicherheit gemäss neuem Kulturleitbild zu gewährleisten.

Der Vorstand der Kulturlobby Winterthur
Winterthur, 21.12.2015

Download:
Offener Brief 151221-2

Bericht
Der Landbote, 22.12.2015
http://www.landbote.ch/winterthur/standard/der-stadtrat-laesst-sich-zeit-und-verunsichert-die-kulturszene/story/16897755

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One Response so far.

  1. Jens-Bengt Carlsson sagt:

    Liebes Kulturlobby Team Winterthur
    Ein grosses Bravo!!! Herzliche Gratulation zum Text!!! Selber als Texter, Geräusche-Musiker und Projektgestalter EFZ,
    merke ich natürlich auch was in der Stadt abgeht? Oder was sehr schwierig ist für uns Kulturmenschen? Was ist bloß los mit der Kulturorganisation beim Stadtpräsidenten? Möchte auch nicht mehr hören dass Gelder gespart werden sollen, denn auch mit wenig Geld ist gutes realisierbar!!! Hmm?

    Wie wird man Kulturlobby Team aufgenommen?

    Beste Grüsse
    Jens-Bengt Carlsson – werkstatt 108 – 079 629 03 08

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